Daß die Schotten brieftaschenmäßig eher den Daumen etwas konsequenter draufhalten, mag wie man es ihnen nachsagt vielleicht stimmen, aber was da so mancher Kiltträger unter demselbigen zu präsentieren vermag, also DAS kann absolut nicht gerade mit „geizig“ zu bezeichnen sein! Und was so ein Dödelsack … nein: Dudelsackbläser so alles sonst noch inpetto hat, davon wollen wir Euch einmal kurz etwas erzählen.
Wir, das sind Bernd und Tanja; wir machten während unseres Sommerurlaubs in Schottland auch Station und Bekanntschaft mit einigen Angehörigen eines sogenannten „Clans“, die wir zuvor in einem Pub kennengelernt hatten, und die, wie sich in den Gesprächen dabei herausstellte, wie wir, mit vollem Eifer dem Swingerleben zugetan waren/sind.
Man lud uns zu einem privaten Besuch ein. Eine Einladung, die wir gerne auch annahmen. Aber was für eine „Hütte“. Ich dachte zunächst, daß das Anwesen der Swingerclub wäre. Irrtum Privat„wohnung“ von Charles und Allister … ein richtiges, kleines Schlößchen. Wie im Märchen. Richtig toll. Hätte jetzt bloß noch gefehlt, daß uns ein Buttler die Tür geöffnet und gefragt hätte, wen er den Herrschaften melden dürfte …
Aber es war „nur“ Charles höchstpersönlich (sehr leicht geschürzt!), der uns in die gute Stube hinein bat. Übergehen wir an dieser Stelle den langatmigen Teil: Ankunft, Begrüßung, Frühstücksbuffet … bis zu der Stelle, an der der aufregende Teil des Besuches beginnt. Und zwar mit Allisters Aufseufzen (hier inhaltlich ins Deutsche übersetzt): „Ooch, nö, Charles, bitte …!?“ Was hatte sie bloß? Charles sah doch richtig fesch aus in seinem traditionellen Kilt, den Dudelsack geschultert, die Fellmütze auf dem Kopf … Dann ein erstes Gequäke aus den Dudelsackröhren, aber danach wurd’s eigentlich richtig flott. Noch flotter allerdings, als sich Allister zu Charles Füßen setze, seinen Kilt anhob und mir echt die Spucke wegblieb, als ich DIESE Dödelsackpfeife zu Gesicht bekam! Unbedingt waffenscheinpflichtig! In meinem Unterbauch zog sich automatisch alles zusammen, ich spürte, daß ich nicht lange nur Zuschauerin sein könnte, als Allister nun begann, auch ihrerseits „die Flöte zu blasen“ …
Bernd gingen wohl ähnliche Gedanken durch den Kopf und im Handumdrehen taten wir’s den beiden gleich, wobei es Charles allerdings unterließ, weiter in den Sack zu pusten. Da sparte er sich seine Puste wohl auch lieber auf, um Allister die schottische Variante von Französisch näherzubringen.
Kurzum: Wir vier tummelten uns kurze Zeit später zunächst auf dem langflorigen Teppich des Kaminzimmers, jauchzten, keuchten und stöhnten unsere Lust in die Highlands hinaus, bis wir praktisch zu viert völlig entkräftet nur noch „abhängen“ konnten. Wir blieben natürlich über Nacht… und sahen am nächsten Morgen verdammt übernächtigt aus. Wie man sich bei einem so heißen Pärchen vorstellen kann. Gut, viel gesehen von Schottland haben wir nicht mehr, aber um so mehr werden die beiden von Deutschland sehen. Wir haben sie nämlich zu einer Swingerclub-Tour durch Deutschland eingeladen …
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