Horror-Urlaub im Urlaubsparadies Portugal

Das kalte Grab

Es war einfach furchtbar. Noch immer konnte man das Grauen in Roberts Augen sehen, und noch immer lief es ihm kalt den Rücken hinunter, wenn er versuchte, von dem Geschehenen zu berichten.

Es ist nun über ein Jahr her, als er mit seiner Frau das Urlaubsparadies Portugal besuchte. Schnell hatte man in einem der vielen Swinger-Clubs Lissabons Freunde gefunden. Die liebsten waren ihm Dolores und Paolo. Vielleicht, weil auch Paolo Roberts Leidenschaft für das Tauchen teilte. So manches Mal erkundeten sie eines der vielen traumhaften Tauchreviere, während ihre Frauen an Land meist mit mulmigem Gefühl auf sie warteten. Haie, davor hatte Dolores schon immer panische Angst, vor allem dann, wenn sie sah, wie ihr Liebster immer wieder mit seiner Taucherausrüstung in den Tiefen verschwand. Auch Robert machte sich zu Anfang Sorgen, doch Paolo versuchte ihn immer zu beruhigen. Es wäre nicht gefährlich, und Haiattacken wären äußerst selten. Es war der 25. September 2003, der letzte Tag in Paolos Leben.

Die See war glatt, der Himmel blau, und so beschloss man, mit ein paar Freunden ein altes Schiffswrack vor den Toren des Hafens zu erkunden. Zunächst verlief alles wie gewohnt, doch dann geschah das Unfassbare: Ein weisser Hai tauchte plötzlich wie aus dem Nichts auf und schnellte geradewegs auf die Tauchgruppe zu. Ein Taucher konnte sich zunächst in das Innere des Schiffswracks retten, doch Robert und Paolo waren dem Monster schutzlos ausgeliefert. Auch sie versuchten, das von Korallen bewachsene Wrack zu erreichen. Als Robert sich umschauen wollte, packte der Hai brutal zu und biss ihm mit seinen rasierklingenscharfen Zähnen in den Kopf. Nur mit letzter Kraft konnte er sich befreien. Der Hai liess von ihm ab und stürzte sich nun auf Paolo. »Noch ein paar Sekunden, und er wäre in Sicherheit gewesen, doch er war einfach nicht schnell genug«, erinnert sich Robert. Das Grauen nahm seinen Lauf. Der Hai biss auch Paolo in den Kopf, schüttelte ihn wie wild und riss mit aller Kraft an seinem hilflosen Opfer, bis der komplette Kopf vom Rumpf abgetrennt wurde.
So unglaublich es klingen mag: Anschliessend verschlang der Killer-Hai den kompletten Taucher und schwamm davon. Dem Tode näher als dem Leben, rettete sich Robert an den Strand, wo er von einem Fischer ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. »Das Schlimmste war, Dolores, Paolos Frau, die schreckliche Nachricht zu übermitteln.« Nie wird er ihr Gesicht vergessen, nie ihre Tränen, als er ihr sagte, dass Paolo von uns gegangen sei.

Offiziell gilt Paolo als vermisst, da man seine Leiche nie gefunden hat. Es ist zu vermuten, dass die öffentlichen Stellen aus Lissabon die schreckliche Wahrheit lieber unter den Teppich der Verschwiegenheit kehren würden, denn solche Horror-Meldungen gefährden nur den lukrativen Tourismus. Doch dieser Geldgier ist letzen Endes wieder einmal ein Mensch zum Opfer gefallen. Konsequenzen hat diese Tragödie nicht hervorgebracht, keinerlei neue Sicherheitsmassnahmen für Urlauber, die auch in Zukunft den Mörder-Haien schutzlos ausgeliefert sein werden.
Die Hinterbliebenen werden alleine gelassen, und den Opfern bleibt nur ein feuchtes, kaltes Grab!

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