Den Maler-Gesellen hatte ich mit Haut und Haaren
vernascht!

Wilde Swinger

Ich studiere Kunst. Eigentlich Kunst und Geschichte, aber Geschichten könnte ich selbst satt und genug erzählen, und andererseits: so richtig interessiert mich das Thema nur sekundär.

Aber zur Kunst, da fühle ich mich hingezogen. Ich liebe vor allem Farben. Du kannst mit Farben wahnsinnig Vieles zum Ausdruck bringen – von der hellsten Lebensfreude bis zur verzweifelnden Trauer. Einfach alles.
Schon damals, als ich noch bei den Eltern wohnte, hielten die mich für verrückt, weil ich alle paar Monate mein Zimmer neu tapeziert haben wollte. Und als Papa es nicht mehr einsah, für mich den Kleister anzurühren, um wieder mal neue Tapeten an die Wände ranzumachen, da hab ich’s dann immer schön selber gemacht.
Da könnt Ihr Euch wohl die Begeisterung vorstellen, die ich bei meiner ersten kleinen eigenen Wohnung spürte. Nicht mehr ein, sondern gleich zwei Zimmer, eine kleine Küche, kleines Bad und eine ebenso winzige Diele – aber alles mußte neu tapeziert werden – ich war völlig in meinem Element!

Durch mein Studium habe ich danach dann nicht nur die Wohnung, sondern auch gleich die Stadt gewechselt. Beim ersten Umzug zwar wieder in was Kleineres eingezogen, aber wieder durfte und konnte ich meine Freude am Farbenreichtum von Farben und Tapeten voll auskosten.
Allerdings war der Vermieter so ein richtiger Schleimbeutel. In der Wohnung blieb ich nicht lange und hatte aber auch das schon unverschämt zu nennende Glück durch einen Kommilitonen an eine wirklich riesig zu nennende Wohnung zu kommen: drei Zimmer, eine wirklich geräumig große Küche, ein Bad wie eine kleine Schwimmhalle, Balkon, einfach alles da. Aber auch wahnsinnig verkommen. Bruchbude würden die einen sagen – ich sah mich in einem Paradies. Leider mit einem großen Nachteil: Wir standen kurz vor der Semesterpause und ich hatte noch jede Menge wichtiger Arbeiten abzuliefern. Keine ausreichende Zeit also, mich intensiv und Natur entsprechend, der Wohnungsrenovierung widmen zu können. Wieder Glück: Ein Schulfreund wußte einen Maler und Anstreicher, der das „für kleines Geld“ machen würde. War zwar nicht ganz so in meinem ursprünglichen Sinn, aber barackenmäßig wollte ich auch nicht unbedingt wohnen …

Dann zum dritten Mal Glück: der Knabe sah gar nicht mal so schlecht aus. Und daß ich ihm wohl auch gefiel, merkte ich an seinen heimlichen Blicken, als ich ihm in den einzelnen Räumen zeigte, wo ich wie was gemacht haben wollte.

Dann die große Preisfrage – nach dem Preis nämlich.
„Och, weißt du, wenn du das Material bezahlst, und mir vielleicht doch ein bißchen noch zur Hand gehen könntest, dann lädtst du mich mal zum Essen ein, wenn alles fertig ist. Dann bin ich genug bezahlt.“
Haach, ich hab ein Faible für solche Menschen. Aber eins stand für mich in diesem Augenblick auch schon fest: Mit ‘nem Essen alleine wollte ich das dem Jungen nicht nur bezahlt wissen …

Tags drauf stand Helmut auch schon auf der Leiter in meiner neuen Behausung, als ich vom Schulbankdrücken heimkehrte. Donnerwetter! Ein Zimmer schon komplett fertig, ein zweites stand kurz vor der Vollendung.
„Bist du immer so fix … mit dem Pinsel?“ fragte ich und konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen, denn –warum weiß der Geier– genau im selben Moment hatte ich nämlich auf seine Hose geschaut, unter der sich eine sehr, sehr deutliche Beule abzeichnete … und … aah, der Geruch der frischen Farbe berauschte mich richtig seligmachend.

„Mein Pinsel und ich sind halt ein gut eingespieltes Team, arbeiten sozusagen Hand in Hand …“

„Ooch, immer nur Handarbeit?“ Mich ritt mit einemmal eine richtig triebig geile Gier auf den Jungen. Wenn der nicht den Anfang machen würde – ich tät’s schon!

Aber da hatte ich wohl das richtige Stichwort gesagt. Mit seinen farbverschmierten Händen war er bei mir, fackelte nicht lange und schon wußte ich, daß sein Pinsel nicht nur auf Handarbeit ausgerichtet war.
Erst stand ich mit dem nackten Rücken gegen die frisch gestrichene Wand … und sah entsprechend eingefärbt aus. Das Lachen darüber sollte ihm schon vergehen! dachte ich mir, griff mit beiden Händen in den Farbeimer und schmierte auch seinen Körper ein.
Er quittierte es auf gleiche Weise, ließ aber meine Brüste und die gewisse Stelle im Schritt von seinem Farbangriff verschont – belagerte beides dafür um so ausgiebiger mit seinem Mund und flinker Zunge – ich schmolz endgültig dahin, wollte nur noch das Eine! Der stabile Kleistertisch kam mir wie eine zum Bumsen geschaffene Liebesinsel vor, auf der er mich dann auch endgültig in den siebten schweben ließ. Unser hektisches Keuchen und Stöhnen hallte in dem leeren Raum, drängte sich wie stimulierende Rhythmen in unsere Bewußtseine und dann hoben wir ab zu einem Wolkenflug, von dem ich noch heute wünschte, daß er nie enden würde. Ein, zweimal hintereinander kam ich zu einem Orgasmus, der mich fast platzen ließ … mein farbenfrohes Zimmer begann zu rotieren, drehte sich wie ein schneller werdendes Karussell …

Nein, an diesem Tag hat mein Maler mit dem talentierten Pinsel die Wohnung nicht weitergemacht.
Stattdessen haben wir noch einen gemütlichen Abend genossen und sind dann zu ihm nach Hause …

< zurück