„So richtig kann ich es ja immer noch nicht fassen!“ Verstohlen wischt sich Annette das Freudentränchen fort, das die Endorphine immer noch unablässig produzieren. Verständlich. Denn wer kann sich schon so schnell damit abfinden, von einem Moment auf den anderen „steinreich“ geworden zu sein...?
„Mit einer ehemaligen Schulfreudin, sie lebt jetzt in Kalifornien und hatte mich zu ‘nem Trip durch die USA eingeladen …“, erzählt Annette weiter, „bin ich in Las Vegas so richtig um die Häuser gezogen. Wahnsinn, diese Lichterstadt. Eigentlich wollte ich mir hier Anregungen für meinen großen Wunschtraum, einen eigenen Swingerclub mal irgendwann zu besitzen, holen. Elli (meine Freundin) kennt hier auch einen, aber der hatte wegen Renovierung geschlossen. Und da sind wir, um uns mal ganz anders zu amüsieren in eine Spielbank reingegangen. Oh Mann, was für eine Atmosphäre irre. Und überall Lichter, Lampen und Beleuchtung in den verrücktesten Varianten, Formen und mit ebensolchen Effekten.
Das war eine ganz andere Welt als die, die man so herkömmlich kennt.
An ein paar von den Spieltischen haben wir (aber mehr zum Spaß) auch ein paar Chips gesetzt. Prompt verloren, wie das ja wohl meistens so endet. Schließlich gingen wir in den Barraum, unterhielten uns über unsere Pläne der Zukunft und als ich Elli von meinem geplanten Club erzählte, lachte sie und zeigte dabei auf ein großes Plakat über dem Tresen, auf dem zu lesen war, daß das Haus immer noch auf den glücklichen Gewinner eines Riesen-Jackpots warten würde. „Knack den doch!“ hatte Elli gesagt, dann hast du genug Kohle und kannst dir einen Club bauen, so groß wie du willst!“
Aber so einfach war’s dann zuerst gar nicht, an die dafür benötigten Jetons zu kommen. Ich wurde in eine Spielerliste eingetragen, weil auch andere ihr Glück versuchen wollten und die noch allesamt vor mir drankommen würden.
Für den Sonntag konnte ich mich erst eintragen, rechnete mir aber wirklich nicht die geringsten Gewinnchancen aus. Vor mir hätten doch schon einige andere das ganz große Glück haben können. Und als wir am Sonntag wiederkamen, rechnete ich auch schon damit, daß der Pott geknackt sein würde … aber … oh, mein Gott … (und wieder kullert ein Tränchen) kaum eine Stunde später wußte ich, daß ich „meinen Club“ realisieren kann …mehr und besser denn je!“
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