Papua Neu Guinea ist eines der letzten Paradise auf Erden und ein ausgezeichnetes Reiseziel für Menschen, die auf der Suche nach den letzten noch existierenden Eingeborenen dieser Region sind. Tatsächlich sind nur sehr wenige Touristen in dieser Gegend unterwegs, in der die Huli leben, eine von mehreren hundert Volksgruppen der Papua, die über hunderttausend Seelen umfaßt und sich auf 5.000 Quadratkilometer im Tal des Flusses Tagali verteilt.
Nach langer Fahrt durch den Dschungel eröffnet sich hinter Bäumen und Büschen der Blick auf Wesen in leuchtenden Farben, die umherspringen und singen. Von weitem ist es unmöglich, Männer und Frauen zu unterscheiden. Ihre Züge verbergen sich hinter einer farbigen Paste, mit der Gesicht und Körper bestrichen sind. Verzierungen und Schmuck verdecken Brüste und Hüften. Die Huli stellen sich einem Sing-Sing. Die Bedeutung des „Sing-Sing“, der saisonalen Versammlung, könnte man mit „Konfrontation“ oder sogar mit „Begleichung alter Rechnungen“ übersetzen. Obwohl im Begriff ein aggressiver Unterton mitschwingt, weist der Sing-Sing alle Elemente eines Festes auf, bei dem der Tanz die wichtigste Rolle spielt.
Wenn der Morgen dämmert, legen die erschöpften Huli, deren Schminke sich nach und nach auflöst, langsam ihren Schweif aus verwelkten Blättern und ihre mit Opossumfellen geschmückte Perücke ab. Trotz ihrer Trunkenheit begeben sie sich oft noch zum Fluß, um gemeinsam zu baden. Der Sing-Sing wird am folgenden Tag fortgesetzt. Aber bereits jetzt sind viele Mitglieder des Stammes zufriedengestellt. Hochzeiten sind vereinbart, Schulden vertraglich geregelt und Tauschgeschäfte verabredet worden; all dies verbindet die Menschen eng miteinander. Der Sing-Sing läutet auch die Volljährigkeit der einzelnen Stammesmitglieder ein. Die Jugendlichen müssen unter Führung eines Meisters ein Jahr lang ein völlig isoliertes Leben im Wald zu erdulden. Die Heranwachsenden müssen gegen die Einsamkeit, den Hunger, die Gefahr, die Angst und das sexuelle Verlangen ankämpfen.
Wird die Isolationsphase unterbrochen, kann der Junge niemals zu einem geachteten Mitglied seines Stammes werden. Die Huli pflegen seit Jahrtausenden ihre Rituale. Sie rufen mit ihren Vogeltänzen ihre Ahnen an. Außerdem wird das Tier, dessen Fleisch der Mensch ißt, das ihn also quasi mit Nahrung versorgt, zu einer realen oder symbolischen Vater- bzw. Mutterfigur, zum Beschützer des eigenen Stammes erhoben: Das Tier wird zu einem Totem. So ist es in der Erinnerung des Menschen dauerhaft präsent, der es durch Zeremonien, Opferrituale und Tänze ehrt. «
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